Schwarzweiß vom Feinsten
Gekürzte Fassung des Beitrags aus FineArtPrinter, Ausgabe 1/05 (seit 31. März am Kiosk)
Revival der Schwarzweiß-Fotografie dank digitaler Bildbearbeitung und neuester Drucktechnik. FineArtPrinter zeigt verschiedene Wege und Techniken und bietet ein Plug-in zum Download, um gute digitale Farbbilder in aus-gezeichnete Schwarzweiß-Aufnahmen zu verwandeln.
Schwarzweiß-Umwandlung à la carte: Für die Umwandlung verwenden wir Adobe Photoshop, das es uns in der aktuellen CS-Version ermöglicht, alle Arbeitsvorgänge im 16-bit-Modus durchzuführen. Dies ist ein großer Vorteil, da die meisten anspruchsvollen Fotografen im 16-bit-RAW-Modus ihre Bilder schießen und somit den vollen Informationsgehalt zur Weiterverarbeitung verwenden können. Das bringt auch im Schwarzweiß-Bereich eine Menge Vorteile mit sich: weichere Graustufenübergänge, mehr Informationen in dunklen und hellen Bereichen und Tonwertkurven ohne Unterbrüche oder Abrisse. Adobe Photoshop bietet verschiedene Möglichkeiten zur Umwandlung von Farb- in Graustufenbilder an. Die einfachste Methode ist die Umwandlung im sogenannten Lab-Modus. Hier werden nämlich nicht die Farb- sondern die Helligkeitswerte der Farben in Graustufen angezeigt. Allerdings hat man wenig Möglichkeiten die Umwandlung selektiv zu beeinflussen.
Praktisch und individuell mit unserem »Action-Script« : Eine feine Sache ist natürlich unser Action- Script »rc_bw-conversion«. Mit diesem Script können wir unsere RGB Farbbilder schnell, rationell aber trotzdem individuell umwandeln. In diesem Falle arbeiten wir mit zwei Ebenen. Die Basis bildet unser Farbfoto, das wir über ein Gradient-Map in Graustufen umwandeln. Den Rot-Kanal kopieren wir in die zweite Ebene mit der Einstellung »Aufhellen und 20% Deckung«. Diese Ebene verwenden wir nun um den Kontrast in den verschiedenen Graubereichen zu erhöhen. Wenn wir kräftigere Ergebisse möchten, wählen wir die Einstellung »Multiplizieren«. Über die Einstellung »Deckung« und die Gradationskurve können wir zusätzlich noch ein Finetuning anwenden. Am Ende wird alles auf eine Ebene reduziert und wir erhalten somit knackige Schwarzweißbilder. Dieses Action-Scripterhalten Sie hier kostenlosen
»BW Workflow Pro« Für den ultimativen Schwarzweiß-Fotografen, dessen Hunger nach Features nie gestillt werden kann, empfehlen wir »BW Workflow Pro«, ein »Ad-on« oder besser gesagt ein Plug-in, welches man in Adobe Photoshop installieren und im Menüeintrag »Datei« unter »Automatisieren« anwenden kann. »BW Workflow Pro« ist wohl das umfangreichste und zugleich intuitivste Werkzeug, das derzeit erhältlich ist, um selbst die anspruchsvollsten Wünsche der Schwarzweiß-Fotografen zu befriedigen. (Siehe Screenshot).

Es stehen drei Basisfunktionen zur Verfügung um RGB-Bilder in Graustufen umzuwandeln. Im »Preset Mode« können wir aus sieben Filtern (rot, orange, gelb, grün, blau, hoher Kontrast und sehr hoher Kontrast) den passenden Effekt auswählen. Die Wirkung entspricht in etwa der Anwendung von Filtern mit Schwarzweiß-
Filmen. Zusätzlich kann man die Wirkung der Filter mit praktischen Schiebereglern in Echtzeit verändern. Der »Smart Mix Mode« entspricht eigentlich dem Channel Mixer von Adobe Photoshop, ist allerdings mit nur zwei statt drei Reglern einfacher zu bedienen. Im »Manual Mode« können wir schließlich die einzelnen RGB-Kanäle in Prozentschritten einstellen und zusätzlich einen Durchschnittswert ermitteln lassen ohne lästiges Umschalten. Zusätzlich können wir noch sogenannte »Duo-, Tri- oder Quadtones« erstellen, d. h. mit zwei, drei oder vier Farben versetzte Schwarzweiß-Bilder. »BW Workflow Pro« kann man im Internet bei www.fredmiranda.com beziehen und kostet ca. 30 US-Dollar.
Tipp: Nur RAW-Mode sichert maximale Qualität: Um wirklich gute Schwarzweiß-Bilder aus RGB-Aufnahmen zu erzielen, empfehlen wir unbedingt das Arbeiten resp. das Fotografieren im 16-bit-RAW-Modus. Wenn möglich sollte man den 16-bit Modus im ganzen Workflow, d. h. von der Aufnahme über die Bearbeitung bis zum Abspeichern der jewei-ligen Bilder immer beibehalten. Spätere Bearbeitungen, wie z. B. das Hochrechnen für Großprints, ergeben stets bessere Ergebnisse als im 8-bit-Modus.
In der nächsten Ausgabe 2 /2005 vom FineArtPrinter stellt Robert Casavecchia Scripts für perfektes Schärfen vor. U.a., für
• Canon EOS D20, EOS 1Ds, EOS 1D MkII
• Nikon D100, D70, D1X, D2H
• Olympus E-1, C-8080 WZ
Autor
Roberto Casavecchia ist Fotograf und Fachjournalist für die Bereiche »Digital Imaging« und »RAW-Workflow« für diverse Fachmagazine im In- und Ausland.
E-Mail: gdrobi@tin.it