Cross-Processing digital
Von Mike Schelhorn / FineArtPrinter Ausgabe 2/2005 vom 30. Juni
Der Look ist wieder angesagt: Designer und Fotografen spielen wieder mit den »falschen« Fotoentwicklungsprozessen, die einem Bild die besondere Farbwirkung verleihen. Anders als in den 80er-Jahren kann man heute digital mit dem Bildmaterial experimentieren. Für FineArtPrinter hat Autor Mike Schelhorn ein entsprechendes Photoshop-Skript aufgezeichnet
Ob es ein Versehen war, ist nicht belegt, aber anzunehmen. Irgendjemand entwickelte Filme in der falschen Chemie. Angetan von dem dabei entstandenen Ergebnis begann er, bewusst die für den jeweiligen Film falsche Prozesschemie zu wählen, experimentierte mit verschiedenem Filmtypen und Empfindlichkeiten, um schließlich mit dem so entstandenen Bildern traditionelle Sehgewohnheiten zu brechen und mit den irgendwie anderen Farben sich abzuheben. Daraus entstand in der Fotografie ein vielbeachteter Stil, besonders in der Porträftfotografie. Das Ganze feiert heute als Retrostyle Wiedergeburt und, dank mittlerweile etablierter digitaler Fotobearbeitung, nicht mehr mit Chemie, sondern mit gefilterten und modifizierten Pixeln. Wo einst Negativfilme in Entwicklungsbädern für Diafilme landeten (C-41 zu E6) und Diafilme in solchen für Negativfilme (E6 zu C-41), gibt es heute das digitale Negativ und die Möglichkeiten von Photoshop und Konsorten. Vorteil: Das Ergebnis ist immer an anderen Bildern in der gleichen Weise nachvollziehbar. Beim chemischen Prozess war dies sehr der Kunst des Fotolaboranten überlassen. Nachteil: Der Überraschungseffekt, das Unvorhersehbare, ist ein wenig, aber nur ein wenig dahin. Umsteiger von Analog auf Digital werden wohl die Chemie vermissen, aber vielleicht die neuen Freiheiten für »Falschentwicklungen« schätzen lernen. Und die geborenen Digitalbildschaffenden haben die Möglichkeit, mal jenseits des perfekten Bilds zu experimentieren. Schließlich waren auch die alten Cross-Entwicklungen nicht perfekt, sondern eben anders.
Download hier. Da die Scripts nur wenige KB groß sind, geht das blitzschnnell. Laaden Sie die die entpackten Scripts in den zuständigen Photoshop-Ordner. Nach Programmstart können Sie die gewünschte Aktion laden.